Förderverein Lindenhorster Kirchturm e.V.
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Daten zur Lindenhorster Kirche

 

Lindenhorst war im Mittelalter freier Herrensitz eines ritterlichen Geschlechts, das der Dortmunder Grafenfamilie zugehörte. Spuren der alten Burganlage sind nicht mehr vorhanden.

1176

Erste Erwähnung Lindenhorsts, das im Besitz des Heinrich von Herrecke (Opherdicke) ist.

1253

Tod des Grafen Konrad II. von Dortmund über dessen Ehefrau Giseltrudis von Ardey Lindenhorst an das Dortmunder Grafenhaus kam. Beider Sohn Hermann – Bruder des Grafen Herbord von Dortmund – erbt Lindenhorst.

1316/31

Konrad IV., Sohn Hermanns von Lindenhorst, wird nach dem Aussterben der Hauptlinie des Dortmunder Grafenhauses Graf in Dortmund

1329

Ein Nicolaus, Rektor an der Kapelle zu Lindenhorst, wird in einer Urkunde erwähnt.

1389

Die märkischen und kölnischen Truppen bauen in der Großen Fehde gegen Dortmund den Turm der Kapelle in Lindenhorst zu einem Bollwerk aus.
Nach Beendigung der Fehde wird das Bollwerk – bis auf den Turm – abgerissen.

1405

Guss der ältesten erhaltenen Glocke der Lindenhorster Kapelle.

1504

… stirbt mit Cracht Stecke der letzte Dortmunder Graf. Er hatte Katharina von Dortmund aus dem Hause Lindenhorst geheiratet. Die Grafschaft Dortmund fiel damit an die Reichsstadt.

1534

Katharina, die letzte Dortmunder Gräfin, stirbt im Alter von 82 Jahren und wird in der Lindenhorster Kapelle beigesetzt.

 

Die Lindenhorster Kirchengemeinde hatte, bis auf vereinzelte Ausnahmen, in fast allen Jahrhunderten keine eigenen Prediger. Sie kamen einmal monatlich oder an kirchlichen Feiertagen aus Dortmund und waren Religionslehrer (Lektoren) am städtischen Archigymnasium, dem heutigen Stadtgymnasium.

Um 1570

In Lindenhorst wurde die Reformation eingeführt. Gleichzeitig erfolgte die Abtrennung von Dortmund und die Bildung einer eigenständigen Gemeinde.

Seit 1680

gehört sie als nur noch teilselbständige Filiale zur Kirchgemeinde Brechten.

1772

Neben dem Pfarrer Baak (1666) gibt es nur noch einen zweiten eigenen Geistlichen, der seinen Amts- und Wohnsitz in Lindenhorst hatte, Kaspar Christian Wever. Sein Grabstein ist in der nördlichen Wand der Kapelle eingemauert und trägt die Inschrift: „Der weiland Hochwohlehrwürdige und Hochgelehrter Herr Kaspar Christian Wever, 37jähriger evangelisch-lutherischer Prediger hei dieser Kirche zu Lindenhorst ist geboren den 8. Dezember 1712 und gestorben den 18. März 1772. 37 Jahre hat der Genannte der Gemeinde gedient".

1825

Die mehr als 500 Jahre alte Kapelle war baufällig geworden, das Dach drohte zusammenzustürzen, Balken und Steine herabzustürzen. Außerdem reichte ein kleines Gebäude neben der Kapelle, in der Schulunterricht abgehalten wurde, nicht mehr aus. Die Lindenhorster richteten an den Landrat eine Petition, die Behörde möge ihnen einen geprüften Lehrer schicken.
Die Dörfer Lindenhorst, Ellinghausen und Deusen bildeten einen Schulverband, und ihre Vertretungen fassten den Beschluss, die Kapelle abzureißen und an ihrer Stelle eine größere zu bauen, die als Schule und Lehrerwohnung eingerichtet werden sollte.
So blieb der Turm stehen, das altehrwürdige Gotteshaus aber wurde abgerissen. Wie wenig baufällig es wirklich gewesen ist, zeigt die Überlieferung, dass das Mauerwerk mit Gewalt gesprengt werden musste.
Die neue Kapelle blieb neben der Hauptfunktion Schulhaus aber auch weiterhin ein Gottesdienstraum. Der jeweilige Inhaber der Schulstelle musste nun auch die kirchlichen Verrichtungen übernehmen.

1856

… wurde das freie Predigen untersagt. Der Pfarrer von Brechten kam nun gegen Vergütung von Naturalien einmal pro Monat nach Lindenhorst, an den drei anderen Sonntagen wurde Lesegottesdienst abgehalten.

1895

Einer Bitte der Gemeinde um Sendung eines Hilfsgeistlichen mit Wohnsitz in Lindenhorst wurde entsprochen. Um dieselbe Zeit wurde auch eine neue Schule gebaut, so dass die Kapelle für Gottesdienste frei blieb.
Da sie aber wenig gottesdiensttauglich war, erfolgte die dritte Veränderung auf dem Boden des alten Gotteshauses. Der Fußboden wurde tiefer gelegt, bequeme Sitzbänke angeschafft, ein Altar aufgestellt und eine Kanzel, ein Geschenk der Gemeinde Eving.
Durch den Umbau der Kapelle wurden die alten Lindenhorster Grafen in ihrer Ruhe gestört. Schädel und Gebeine fanden eine neue Ruhestätte in der Nähe des alten Turmes.

1911

… wurde das Langhaus wiederum abgetragen und neu erbaut. Es besitzt nun die Form einer Saalkirche

1943

… wird das Langhaus bei einem Bombenangriff beschädigt.

1968

… erfolgt eine Restaurierung des Mauerwerks und der Schallarkaden des Turms.

1984

… gibt es eine Rekonstruktion des Fensters und der Wandmalerei im Chor von 1911. Die Ausmalung des Langhauses wurde der des Chorraumes angeglichen.

2003

Einrüstung des Turms

2010

Der Förderverein Lindenhorster Kirchturm wird aktiv

16.11.2013

Endwidmung der Lindenhorster Kirche

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Renovierung des Wehrturms mit Hilfe des Fördervereins Lindenhorster Kirchturm

Quellen:
bis zum Jahr 1534: Originaltext von Dr. Ingo Fiedler, Stadtheimatpfleger, 2010
Die folgenden Passagen sind entnommen aus: Dore Bolege-Vieweg (Text),
Gerhard P. Müller, Josef H. Neumann (Photografie):
Dortmunder Dorfkirchen, Schätze mittelalterlicher Kunst, Dortmund 1998 (Ruhfus), Seite 131 – 142.